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Aschaffenburger für mehr Toleranz und Kreativität |
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vom 30.01.2008
Verein »F.u.c.K.« will politisch sein und lokale Kultur fördern
Ein »Klima der Intoleranz« wollen sie in Aschaffenburg ausgemacht haben - und sie wehren sich dagegen: Die Aktiven vom Förderverein unabhängiger creativer Künste, kurz F.u.c.K. e.V.. Im vergangenen September haben rund 20 Menschen den Verein in Aschaffenburg gegründet. Fünf Monate später hat er heute fast 600 Mitglieder (Anm.: überholt, es sind inzwischen knapp 800 Mitglieder), darunter überwiegend Künstler, Studenten und Gastronomen, aber auch Stadträte.
»Die rasante Mitgliederentwicklung hat uns selbst überrascht«, gesteht Vereinsvorsitzender Thomas Quien. »Da musste wohl ein Bedürfnis da gewesen sein«. Er und Gründungsmitglied Josef Mengeler erläutern die großen Ziele, die ihre Gruppe hat: Die Aktiven wollen lokale Künstler besser vernetzen, sie wollen Kindern zeigen, »dass es ein Leben außerhalb vom Gameboy gibt«, wie Quien sagt. Sie wollen einen kreativen Dialog ermöglichen, unbequem sein, gerne auch politisch und nebenbei auch noch Spaß haben. Und vor allem: jenem Klima der Intoleranz entgegenwirken.
Gegen staatliche Repressionen
»Wir haben den Eindruck, dass die Politik den Bürger zurzeit verstärkt mit Repressionen belangt«, erklärt Quien und führt das Rauchverbot ebenso ins Feld wie die Vorratsdatenspeicherung. Auch in der Stadt haben Quien und Mengeler Veränderungen ausgemacht, die sie nicht gutheißen: Vielen Bands würden zurzeit die Proberäume gekündigt, Auftrittsmöglichkeiten gäbe es kaum. »Außerdem haben wir das Gefühl, es gebe städtische Bestrebungen, das florierende Gaststättengewerbe zu beruhigen«, fährt Quien fort und berichtet von Wirten, die sich von der Stadt etwa beim Rauchverbot gegängelt fühlen.
Erste Zeichen
Erste Zeichen hat der Förderverein in der Stadt bereits gesetzt. Während der Adventszeit hat er im Jukuz Bastelnachmittage angeboten, die insgesamt über 100 Kinder besucht haben; vom privaten Gründungsfest, das der Verein im Herbst auf der »Mähkuh« feierte, sprach die Aschaffenburger Jugend noch wochenlang hinter vorgehaltener Hand als beste Party des Jahres. Die Vereinsmitglieder sind schon zu mehreren kulturelle Veranstaltungen zusammengekommen: »Wir haben einen sehr breiten Kunstbegriff«, erklärt Josef Mengeler. Literatur sei ebenso vertreten wie bildende Kunst, Video und Musik aller Sparten. Als Mitglieder willkommen seien aber auch Menschen, die sich nicht als Künstler sehen - »wir wollen ja Kunst und Publikum zusammenbringen«, ergänzt Quien.
Doch auch politisch ist Fuck e.V. aktiv: 20 konkrete Fragen, unter anderem zur Kultur-, Sozial- und Ordnungspolitik, hat der Verein in einem Fragebogen den Stadtratsfraktionen gestellt. Die ersten Ergebnisse sollen demnächst auf der Vereins-Homepage zu lesen sein.
Ein Thema, das die Politiker derzeit bewegt, liegt Quien und Mengeler besonders am Herzen: die Probleme im Roßmarkt. »Hier wird ein lebendiges Viertel vorsätzlich eingeschläfert«, bezieht sich Quien auf das Seniorenwohnheim, das in den Hinterhof der Roßmarkt-Gastronomie ziehen wird.
Die Idee zum Verein spukte den Gründern schon im Jahr 2000 im Kopf herum. Im Vereinsregister stehen sie erst seit September 2007 - »weil man dann mehr Rechte und Möglichkeiten hat«, erläutert Mengeler, der als Rechtsanwalt tätig ist.
Für Zusammenarbeit offen
Doch neben allem Tatendrang wolle der Verein nicht gegen die Stadt arbeiten, betont Quien. »Wir sind für die Zusammenarbeit mit den Behörden offen«, betont er, »aber wir haben konkrete Vorstellungen.« Vermutlich werde der Verein die Hilfe der Stadt bald sogar brauchen, wenn es darum geht, neue Räumlichkeiten zu suchen. Im Moment fungiert die ehemalige »Unsagbar« in der Karlstraße als Vereinsheim: Fuck e.V. hat das Lokal für sich gepachtet.
Doch wie passt der provokante Name ins Bild? »Der drückt auch den Ärger darüber aus, wie es hier in der Stadt zurzeit läuft«, erklärt Quien. Bei Provokation aber solle es nicht bleiben: »Wir wollen uns einmischen, ganz klar.
«mm

Thomas Quien und Josef Mengeler
Der vollständige Artikel inkl. Kommentar kann im "Downloadbereich" als PDF heruntergeladen werden.
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